Leitfaden für Himmelsereignisse Sky Events
Leitfaden für Himmelsereignisse
Das meiste, was am Himmel nach Plan geschieht, lässt sich im Voraus berechnen.
Meteorströme, Konjunktionen, Oppositionen, Elongationen, Mondphasen und Finsternisse: Ursachen, Wiederkehrzyklen und Beobachtungstipps für wiederkehrende Himmelsereignisse.
- Ereignisse
- 20
- Kategorien
- 5
- Benötigte Ausrüstung
- Mit bloßem Auge
01 / Meteor showers
Meteorströme
Ein Meteorstrom besteht aus Staub, den ein Komet oder Asteroid entlang seiner Bahn hinterlassen hat. Die Erde durchquert denselben Partikelstrom jedes Jahr um das gleiche Datum; die Staubteilchen dringen mit Dutzenden Kilometern pro Sekunde in die Atmosphäre ein und verglühen leuchtend in etwa 80 bis 120 km Höhe. Da ihre Bahnen parallel verlaufen, scheinen alle Meteore aufgrund der perspektivischen Wirkung von einem einzigen Punkt am Himmel auszugehen – weshalb Meteorströme nach dem Sternbild benannt sind, in dem dieser Radiant liegt.
QuadrantidenQuadrantids
Jährlich Anfang Januar
Ein winterlicher Meteorstrom, dessen Maximum nur wenige Stunden andauert – vermutlich hervorgerufen durch einen inaktiven Kometen.
LyridenLyrids
Jährlich Ende April
Ein Frühlingsmeteorstrom, der seit über zweitausend Jahren dokumentiert wird und gelegentlich kurze Ausbrüche zeigt.
Eta-AquariidenEta Aquariids
Jährlich Anfang Mai
Schnelle Meteore aus dem Staub von Halley, wesentlich günstiger für die Südhalbkugel gelegen.
PerseidenPerseids
Jährlich Mitte August
Der günstigste jährliche Meteorstrom für die Nordhalbkugel: verlässliche Raten und milde Sommernächte zum Maximum.
OrionidenOrionids
Jährlich Ende Oktober
Wieder Staub von Halley: nahe der Höchstgeschwindigkeit, mit einem breiten und nachsichtigen Maximum.
LeonidenLeonids
Jährlich Mitte November
In den meisten Jahren ruhig, doch bei der Wiederkehr des Mutterkometen zu Meteorstürmen fähig.
GeminidenGeminids
Mitte Dezember, jedes Jahr
Der reichste Meteorstrom des Jahres, dessen Ursprungskörper ein Asteroid ist.
UrsidenUrsids
Ende Dezember, jedes Jahr
Ein bescheidener Strom kurz nach den Geminiden, am besten von mittleren und hohen Nordbreiten aus zu sehen.
02 / Planetary aspects
Planetenstellungen
Wann ein Planet sichtbar ist, wie hell er erscheint und welcher Teil seiner beleuchteten Seite uns zugewandt ist, ergibt sich aus der relativen Stellung von Planet, Erde und Sonne zueinander. Konjunktion, Opposition, größte Elongation, Transit und Bedeckung beschreiben jeweils einen besonderen Moment dieser Geometrie.
KonjunktionConjunction
Ganzjährig zu wechselnden Terminen
Zwei Himmelskörper scheinen am Firmament fast miteinander zu verschmelzen, bleiben im Weltraum jedoch unermesslich weit voneinander entfernt.
OppositionOpposition
Alle ein bis zwei Jahre bei äußeren Planeten
Planet und Sonne stehen auf gegenüberliegenden Seiten der Erde: die ganze Nacht sichtbar und in größtem Glanz.
Größte ElongationGreatest elongation
Mehrmals pro Jahr für Merkur, etwa alle 19 Monate für Venus
Ein innerer Planet erreicht seinen größten Winkelabstand zur Sonne und damit seine beste Sichtbarkeit.
PlanetentransitTransit
Etwa 13 Merkurtransite pro Jahrhundert
Ein innerer Planet zieht vor der Sonnenscheibe vorüber: ein seltenes Ereignis, das zwingend geeignete Sonnenfilter erfordert.
SternbedeckungOccultation
Mondbedeckungen ereignen sich jeden Monat
Ein näherer Himmelskörper zieht vor einem ferneren vorüber und verdeckt ihn vorübergehend.
03 / The Moon
Mondphasen und der Mond
Die Mondphasen sind ein direktes Abbild der relativen Stellungen von Sonne, Erde und Mond zueinander; der Schatten der Erde spielt dabei keine Rolle. Im Laufe eines synodischen Monats sehen wir lediglich unterschiedliche Teile der von der Sonne beleuchteten Mondhälfte – und da seine Bahn kein Kreis ist, verändert der schwankende Abstand auch die sichtbare Größe und Helligkeit des Vollmonds.
MondphasenLunar phases
Ein Zyklus von rund 29,5 Tagen
Der Winkel, unter dem die sonnenbeschienene Mondhälfte zur Erde weist, ändert sich und erzeugt den monatlichen Phasenzyklus.
SupermondSupermoon
Drei- bis viermal im Jahr
Ein Vollmond nahe dem erdnächsten Bahnpunkt (Perigäum), der daher etwas größer und heller erscheint.
Blauer MondBlue moon
Etwa alle zwei bis drei Jahre
Ein Kalenderphänomen ohne Bezug zur Farbe: ein zusätzlicher Vollmond in einer Zeitspanne.
04 / Eclipses
Finsternisse
Stehen Sonne, Erde und Mond nahe genug auf einer geraden Linie, fällt der Schatten eines Himmelskörpers auf einen anderen. Da die Mondbahn um etwa 5° gegenüber der Ekliptik geneigt ist, treten Finsternisse nur in der Nähe der Knotenpunkte auf – genau deshalb kann die Übersicht kommender Himmelsereignisse im Observatorium zukünftige Sonnen- und Mondfinsternisse der Reihe nach auflisten.
SonnenfinsternisseSolar eclipse
Weltweit 2 bis 5 pro Kalenderjahr
Der Mond verdeckt die Sonne; nur auf der schmalen Kernschattenspur erlebt man eine totale Finsternis.
MondfinsternisseLunar eclipse
Weltweit 2 bis 5 pro Kalenderjahr, einschließlich Halbschattenfinsternissen
Der Mond tritt in den Erdschatten ein, sichtbar von der gesamten Nachtseite der Erde gleichzeitig.
05 / Sun and Earth
Sonne und Erde
Auch die Bewegung der Erde selbst erzeugt wiederkehrende Himmelsereignisse: Die Neigung der Erdachse bestimmt, wie sich Tageslänge und Sonnenhöchststand im Jahresverlauf verändern, während ihre elliptische Bahn den Abstand zur Sonne steigen und sinken lässt. Beide Phänomene werden oft verwechselt, doch das eine steuert die Jahreszeiten und das andere lediglich die scheinbare Größe der Sonnenscheibe.
Tagundnachtgleichen und SonnenwendenEquinoxes and solstices
Viermal im Jahr
Vier durch die Erdachsenneigung bestimmte Wendepunkte, die Tageslänge und Jahreszeiten regeln.
Perihel und AphelPerihelion and aphelion
Jeweils einmal im Jahr
Die Erdbahn ist kein Kreis: Der Abstand zur Sonne variiert um rund fünf Millionen Kilometer.