Eisriese URANUS
Uranus
Ein Eisriese, der auf der Seite rollt
Methan absorbiert rotes Licht und färbt die Atmosphäre blaugrün. Seine extreme Achsneigung lässt ihn fast auf der Seite um die Sonne kreisen.

- Mittlerer Radius
- 25.362 km
- Mittlerer Sonnenabstand
- 19.191 AU
- Umlaufzeit
- 84 Jahre
01 / Übersicht
Uranus kennenlernen
Uranus' blaugrüne Wolken verbergen eine extreme Achsneigung und bizarre Jahreszeiten. Zusammen mit Neptun bildet er die Klasse der Eisriesen, deren Aufbau sich grundlegend von Jupiter und Saturn unterscheidet. Schwache Ringe und Eismonde umgeben diese ferne, noch wenig erforschte Welt.
Eine fast waagerechte Rotationsachse
Mit rund 98 Grad Neigung zeigt Uranus' Achse zeitweise direkt zur Sonne, sodass seine Pole während des 84-jährigen Umlaufs Jahrzehnte im Dauerlicht oder in der Polarnacht verbringen. Vertraute Jahreszeitenregeln greifen hier nicht; erst das Zusammenspiel von Umlauf und Neigung erklärt die extreme Geometrie.
Ein Eisriese ist kein massiver Eisklumpen
In der Planetenforschung bezeichnet „Eis“ flüchtige Stoffe wie Wasser, Ammoniak und Methan, die unter hohem Innendruck keineswegs als starres Festwassereis vorliegen müssen. Methan absorbiert rotes Licht und färbt Uranus blaugrün. Voyager 2 lieferte 1986 die bis heute detailreichsten Daten aus der Nähe.
02 / Wichtigste Daten
Kernparameter
- Mittlerer Radius
- 25.362 km
- Mittlerer Sonnenabstand
- 19.191 AU
- Umlaufzeit
- 84 Jahre
- Siderische Rotationsperiode
- 0,71833 Tage
- Achsenneigung (ca.)
- 97.77°
- Natürlicher Satellit
- Umfasst Titania und Oberon
- Masse (ca.)
- 8.681 × 10²⁵ kg
- Mittlere Dichte
- 1.270 g/cm³
- Äquatorschwere
- 8.87 m/s²
- Fluchtgeschwindigkeit
- 21.38 km/s
- Durchmesser (nach mittlerem Radius)
- 50.724 km
- Bahnexzentrizität (ca.)
- 0.047257
- Bahnneigung (ca.)
- 0.77 °
- Rotationsrichtung
- Rückläufig
Ein siderischer Tag nutzt ferne Sterne als Bezugspunkt; ein Sonnentag misst die Rückkehr der Sonne zum selben Meridian.
Daten- und Berechnungsnotizen
Radien sind Mittelwerte; Bahndaten beschreiben Maßstab und Bewegung der einzelnen Welten.
Die Achsenneigung ist der Winkel zwischen der Rotationsachse und der Senkrechten zur eigenen Bahnebene (0–180°); die Bahnneigung ist der Winkel zwischen Bahnebene und Ekliptik. Achsenneigungen sind feste didaktische Näherungen der NASA/NSSDC und werden nicht mit dem Simulationsdatum aktualisiert. Venus und Pluto nutzen veröffentlichte Werte anstelle der Orientierungsparameter der Szene. NASA/NSSDC-Planeten-Faktenblätter
03 / Weiterführende Literatur
Genauer betrachtet
Rotation und Jahreszeiten3
Uranus' Rotationsachse ist um etwa 98° gekippt, sodass er scheinbar auf der Seite um die Sonne rollt.
Die Pole von Uranus können jahrzehntelang ununterbrochenem Sonnenlicht oder ständiger Dunkelheit ausgesetzt sein.
Die magnetische Achse von Uranus ist stark gegen seine Rotationsachse geneigt und das Feld gegenüber dem Zentrum versetzt.
Atmosphäre und Erforschung7
Methan in der Atmosphäre von Uranus absorbiert rotes Licht und verleiht ihm eine blaugrüne Farbe.
Uranus ist ein Eisriese mit verhältnismäßig großen Mengen an Wasser, Ammoniak und Methan im Inneren.
William Herschel entdeckte Uranus 1781 und hielt ihn anfangs für einen Kometen.
Uranus besitzt schwache Ringe, von denen einige erstmals bei der Bedeckung eines Sterns nachgewiesen wurden.
Voyager 2 flog 1986 an Uranus vorbei und fotografierte den Planeten sowie seine Monde.
Die Hauptmonde von Uranus sind nach Figuren aus Werken von Shakespeare und Alexander Pope benannt.
Das Wort „Eis“ bei Eisriesen bezieht sich auf chemische Stoffgruppen, nicht auf einen massiven Eisball.
Maßstab und Bahn20
Uranus hat einen mittleren Durchmesser von etwa 50,724 km, das Doppelte des mittleren Radius.
Unter Annahme einer Kugelform hat Uranus einen Äquatorumfang von etwa 159,354 km.
Uranus hat einen mittleren Radius von etwa dem 3.98-Fachen des Erdradius.
Ausgehend vom mittleren Radius besitzt Uranus etwa das 63.1-Fache des Erdvolumens.
Bei mittlerem Abstand benötigt das Sonnenlicht etwa 159.6 Minuten, um Uranus zu erreichen.
Ein Jahr auf Uranus dauert etwa 84.02 Erdjahre.
Uranus hat eine siderische Rotationsperiode von etwa 17.2 Stunden.
Nach den Bahnelementen dieser Seite ist Uranus im Perihel etwa 18.28 AE von der Sonne entfernt.
Nach den Bahnelementen dieser Seite ist Uranus im Aphel etwa 20.10 AE von der Sonne entfernt.
Eine Kreisbahnschätzung beim mittleren Abstand ergibt für Uranus eine Geschwindigkeit von rund 6.8 km/s; die tatsächliche Geschwindigkeit variiert entlang der Bahn.
Die Sonne steht in einem der Brennpunkte einer elliptischen Bahn, nicht in deren geometrischem Mittelpunkt.
Entlang einer elliptischen Bahn bewegt sich ein Himmelskörper in Sonnennähe grundsätzlich schneller.
Eine Exzentrizität von null beschreibt einen Kreis; nähert sie sich eins, wird die Ellipse zunehmend langgestreckt.
Ein siderischer Tag nutzt ferne Sterne als Bezugspunkt; ein Sonnentag misst die Rückkehr der Sonne zum selben Meridian.
Die Neigung der Rotationsachse bestimmt den jahreszeitlichen Lichteinfall und ist die Hauptursache der Jahreszeiten.
Das sichtbare Licht der Planeten am Nachthimmel ist größtenteils reflektiertes Sonnenlicht.
Eine Bahnneigung erfordert eine Bezugsebene; für Planetenbahnen dient meist die Bahnebene der Erde.
Masse und Radius bestimmen gemeinsam die Oberflächenschwere; ein größerer Körper hat nicht zwingend stärkere Schwerkraft.
Das Sonnensystem ist keine starre flache Scheibe: Planeten bewegen sich ober- und unterhalb der Referenzebene.
Ein Teleskop zeigt einen Himmelskörper so, wie er beim Aussenden des Lichts war; größere Entfernung bedeutet längere Lichtlaufzeit.
04 / Quellen
Verlässliche Quellen
NASA Science — UranusJPL — BahndatenBildnachweise
Bilder reprojizieren und beleuchten vorhandene Texturen; sie stellen keine Live-Beobachtungen dar.
Texturquelle:Solar System Scope · Lizenz · Gerendert von ORBIT
